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Eine Sache der Perspektive

Unsere Welt zeichnet sich aus durch ihre reiche Vielfalt an lebensweltlichen Realitäten und Konzepten! Als Mensch definiert man sich durch Zugehörigkeit und Abgrenzung zu diversen Gruppen, Ideologien, Philosophien und entwickelt sich im Verhältnis zu seiner Umwelt. Die persönliche Geschichte und Identität bleibt für andere zu oft hinter einer Fassade verborgen, welchewiederum als Projektionsfläche für Vorurteile und Verallgemeinerungen herhalten muss.

Um einen Blick auf das tatsächlich existente zu werfen, braucht es Neugierde, Offenheit und die Bereitschaft zum Dialog. Dabei erst erwächst die Möglichkeit, das eigentlich Fremde zumindest in seinen Ansätzen zu erfassen, sich neuen Erkenntnissen gegenüber zu öffnen, seine Perspektive zu weiten und das als normal hingenommene zu hinterfragen. Auch wenn sich der Mensch dessen biszu einem gewissen Grad bewusst ist, so ist die vorhandene Vielfalt in ihrem Ausmaß nicht fassbar und zu oft allerhöchstens an Äußerlichkeiten wie Kleidung, Hautfarbe, Verhalten erkennbar.

 

Der Mensch beurteilt die Welt durch sich selbst!

Jeder Blick auf das was uns umgibt ist durch den Filter von Erfahrungen, gefestigter eigener oder fremder Meinungen gefärbt. Um die Welt zu verstehen, kategorisiert und vereinfacht man als Mensch sein Bild von der Welt. Für den Menschen ist es natürlich in unbewusst konstruiert Kategorien zu denken. Die Fähigkeit alles in Relation zu sehen ist dabei eine nachrangige, primär beurteilt das Individuum die Welt durch sich selbst, durch Erfahrungen, Emotionen, geformte und gefestigte Meinungen und Glaubensmuster. Es ist ihm dabei nie möglich, eine gänzlich objektive Sicht auf die eine unglaublich komplexe Welt zu erhalten. Dabei umgibt es sich vorzugsweise mit Menschen, die die eigene Weltansicht teilen, was wiederum dazu führt, dass sich diese bestätigt und festigt. Soziale Gruppen sind eine wesentliche Kraft für die Bildung und Verfestigung eigener Vorstellungen und diese haben einen maßgebenden Einfluss bei der Entwicklung unserer Identität.

Alles was existiert ist den verschiedensten Einflüssen ausgesetzt und steht in Beziehung zueinander. Gesellschaftliche Normen und Werte sind konstruiert, so wie die Alltagswelt in der wir leben. Dochneigt der Mensch dazu, viele diese konstruierten Ansichten als naturgemäß anzuerkennen, diese alsanderen Möglichkeiten überlegen zu sehen und nicht in Zweifel zu ziehen. Bewertungen wie besser und schlechter am Ende nur mangelhafter Ausschnitt des Ganzen. Wir bewegen uns in einerVielzahl an Möglichkeiten und es ist gesellschaftlichen und individuellen Entscheidungen geschuldet, dass die Welt ist wie sie ist.

 

Meinungen sind sehr verkürzte Ausschnitte der Wirklichkeit!

 

Ein ganz banales Beispiel für eine gesellschaftliche Konstruktion ist der Rechtsverkehr in den meistenLändern dieser Welt und der Linksverkehr in wenigen anderen. Das man ein Buch von links nach rechts liest oder umgekehrt entspricht ebenso wenig keinem Naturgesetzt, genauso wenig wie die Art der Begrüßung und Verabschiedung, die sich von Kultur zu Kultur sehr unterscheiden können. Wirft man einen Blick auf die verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen so zeigt sich, dass nureine interdisziplinäre Auseinandersetzung die Möglichkeit für eine ganzheitliche Betrachtungsweise bietet.

Der Mensch ist ein entdeckungsfreudiges Wesen und als solches fähig, die durch polares, vereinfachtes Denken geschaffenen Fronten zu durchbrechen. Ein Schlüssel für die eine differenzierte Wahrnehmung mit den persönlichen Vorstellungen von Realität ist die bewusste Auseinandersetzung mit dem Anderen und Fremden welches uns in vielfacher Ausprägung umgibt. Diese erst ermöglicht es dem Menschen, sich selbst und seine Umwelt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Dabei lässt sich erkennen, dass der Eigene Standpunkt, das eigene Leben und die Sicht auf die Welt nur eine von vielen ist. Und das macht Begegnung zu etwas essentiellem und spannendem. Schlussendlich birgt es die Möglichkeit, sich von den eigenen oberflächlichen Vorstellungen zu distanzieren, den Menschen vor sich und somit Leben etwas besser kennenzulernen und erkennen, dass man eben nur einen Blickwinkel auf etwas hat, das ist! Es gibt nicht nur die eine Realität, sondern ganz unterschiedliche Blickwinkel und Wahrnehmungen davon, die alle gut neben einander sein könnten.

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